Über das Versagen

Ins kalte Wasser spingen, vielleicht wird es gelingen. Ohne wenn und aber. Nicht nachdenken. Die Grenzen testen. Doch was ist wenn ich scheiter? Und wie geh ich damit um? Fragen über Fragen. Die Gedanken stolpern in meinem Hirn, die Synapsen sind auf Hochtouren, bilden neue Verbindungen. Ich denk‘ , ich hab ein Powerbrain, es muss einfach funktionieren. Kein Scheitern in Sicht, 100 % geben.

Doch dann verfehlte ich das Ziel, Erfolg blieb aus – Der Plan war hin.

Gedanken drehen sich im Kreis und eine Frage ist’s die bleibt: Hab ich denn alles gegeben? Warst du mir einfach überlegen? Hab ich doch nicht genug geübt? Denn leider hat es nicht genügt. Gescheitert bin ich- das ist wahr , trotzdem geübt – ein halbes Jahr.

War’s Zufall ? Schicksal? Eins ist klar: Ich habs versucht zu springen, doch vielleicht sollt‘ es einfach nicht gelingen.

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Bis ans Limit

5.15: Der Wecker reißt mich aus meinem Schlaf,  die Augen sind kaum zu öffnen, als wären sie ein fremdes Körperteil, das nicht gehorchen will. Funktionieren, aufstehen, einfach funktionieren.

Badezimmer, anziehen, Kaffee. Nicht nachdenken, bloß keine Gedanken daran verschwenden, dass ich noch schlafen könnte. Noch ein bisschen, ein paar Minuten vielleicht? Nein, aufstehen, anziehen, Kaffee.

5.40: Mit der Sporttasche über der Schulter laufe ich los, Treppen runter, auchwachen, beeilen. Bloß nicht zu spät kommen, sonst war alles umsonst. In der Tram: wachbleiben, nicht nachdenken, Musik rein, Welt aus.

6:00: Hallo Langhantel, hallo Kurzhanteln, hallo liebes Fitnessstudio – dann wollen wir mal.  Bloß nicht nachdenken, nicht die Gedanken schweifen lassen, trainieren, 100% Gas geben, Fokus.

Und dann, duschen, schminken, fertig machen und zur nächsten Tram düsen, aussteigen, umsteigen, Bus nehmen. Wieder rennen. Personaleingang, Tasche verstauen, los gehts. Lächeln aufsetzen, freundlich sein. „Hallo, wie kann ich Ihnen behilflich sein?“

21:00: Daheim. Abendessen, vorkochen.

5:15: Der Wecker reißt mich aus meinem Schaf..

Aufstehen, anziehen, Kaffee. Nicht nachdenken.

Es ist nicht so, dass ich nicht liebe, was ich mache. Ich liebe den Sport, die Gewichte, die Kraftsteigerung, den Muskelwachstum. Das Gefühl, das der Sport mir gibt. Aber ich muss mich zusammenreißen, aufstehen, anziehen, Kaffee. Nicht nachdenken. Ist es einfach? Nein. Mache ich es gerne? Auch nicht immer. Aber manchmal muss man Umwege gehen, über Stock und Steine springen, Zähne zusammenbeißen und es einfach machen. Nicht darüber nachdenken. Denn das ist das, was „die Spreu vom Weizen“ trennt. Der Weg ist nicht immer einfach, es kostet einen Nerven, Kraft, und an diesen Tagen auch Schlaf. Aber es zahlt sich aus, mach stärker – von innen und von außen, disziplinierter.