In 10 Tagen durch Israel

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Shalom! 🙂

Durch die Organisation Taglit & Israel outdoors erhielt ich die unfassbar aufregende Möglichkeit, mit einer Gruppe ganz Israel zu bereisen. Wir haben in 1o Tagen zusammen gelacht, geweint, gefeiert, getrauert und getanzt – es war eine wunderschöne Zeit, die ich niemals vergessen werde. Ich habe in diesen 10 Tagen wundervolle Menschen kennenegelernt, die mir die Zeit versüßt haben. Durch unser straffes Programm fühlten sich die Tage an wie Monate, Nächte wurden durchgemacht, ganz nach dem Motto 10 Tage wach.

Reiseroute:

Tel Aviv – Caesarea – Aquaduct Beach – Amiad – Gadot & Metola – Tzfat – Jerusalem – Inbar Arad – Dead Sea –  Eilat – Red Sea – Mount Tzfahot – Mizpe Ramon – Chan Shayarot – Sde Boker – Jaffa – Tel Aviv

Tag 1:

Nach einem 3h-Nap in Tel-Aviv und einem Frühstück in unserem Hotel fing unser Abenteuer an. Wir hatten 1h Zeit, um uns Tel Aviv ein wenig anzuschauen, bevor es an den Strand ging.

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Danach fuhren wir nach Caesarea und erkundeten den Aquaduct Strand, wunderschön kann ich euch sagen!

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Nach diesem wunderbaren Ausblick am Strand fuhren wir nach Amiad und übernachteten dort in einem Kibbutz, einer ländlichen Siedlung wo es das beste Essen überhaupt gab, inbesondere der selbstgemachte Hummus war weltklasse! 🙂

Tag 2:

Der 2. Tag war sehr beeindruckend, da wir eine Wanderung durch ein Tal machten und die Grenzen von Syrien sehen konnten. Mit einem Kaffee in der Hand hörten wir Schüsse aus Syrien, ziemlich erschreckend und surreal. Man kann sich natürlich nicht vorstellen, wie es ist, in einem Kriegsgebiet zu leben, das (muss) man wohl miterlebt haben, um zu wissen, wie es sich anfühlt. Nichtsdestotrotz war es erschreckend. Gänsehaut machte sich bei uns breit und nach lachen war uns definitiv nicht.

Es ist erschreckend wie nah Israel am Konflikt ist, wie es darin verzweigt ist, wie die Schüsse nicht nur in Syien oder Ägypten, sondern auch in Israel selbst fallen. Und dann die Ernüchterung – das Leben geht weiter, die Menschen dort haben sich daran „gewöhnt“ (scrolle runter für mehr Infos dazu).

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Tag 3:

Nach dem Frühstück fuhren wir nach Tzfat, eine sehr kleine,  niedliche Stadt. Die Leute dort wirken so sorglos, unbekümmert. Sie sitzen in ihren Cafes , trinken leckeren Kaffee und genießen, wie wir auch, Falafeln.

Daraufhin fuhren wir nach Jerusalem – die Stadt die gegensprüchlicher kaum sein kann. Die Hauptstadt Israels, die heilige Stadt, das religiöse Zentrum. Juden, Muslime, Armenier und Christen leben quasi nebeneinander in ihren Vierteln.

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Tag 4:

 Es folgten 2 sehr emotionale Tage in Jerusalem. Wir fuhren zum Yad Vashem – „die Gedenkstätte der Märtyrer und Helden des Staates Israel im Holocaust“. Vor dem Betreten des Museums erzählte jeder seine eigene Familiengeschichte. Keine davon war belanglos, uninteressant. Jede hatte ihren eigenen Charakter, ihre eigene kleine Geschichte, die so wertvoll war.

Danach fuhren wir auf den Herzlberg – ein Nationalfriedhof in Jerusalem. Die Stimmung war extrem bedrückend. Ein Mitglied unserer Gruppe war eine israelische Soldatin, die ursprünglich aus Berlin kommt. Sie erzählte uns die Geschichte eines Freundes und führte uns zu seinem Grab. Die Tränen liefen runter, sie waren nicht mehr zu stoppen. Es fasste mich wie ein Orkan, der mich immer weiter in die tiefe Schlucht hineinzieht. Auf dem Friedhof lagen so viele Soldaten, an einem Grab lag ein Surfbrett, an einem anderen Blumen. Einige Schritte weiter stand eine junge Frau in gebückter Haltung und pflanzte Blumen in das Grab, wie ein Roboter. Keine einzige Träne floss mehr. Später stellte sich heraus, dass es die Schwester des Opfers war, welches eine junge Soldatin war, die bei einem Anschlag ums Leben kam.

Nun aber mal zu etwas Feierlichem, nachts wurde nämlich Purim gefeiert. Purim ist ein jüdisches Fest, das an die Rettung der persischen Juden erinnert. Schon Tage vorher sahen wir auf den Straßen viele Kinder, die verkleidet herumliefen. Ganz beliebt war das Prinzessinenoutfit, das überall von den Mädels auf den Straßen präsentiert wurde. Auch Jerusalem war voll von verkleideten Menschen, trotz der religiösen Stadt. Die Menschen haben Spaß, feiern und genießen ihr Leben und dasselbe taten wir an diesem Abend auch.

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Tag 5:

Der Weg führte in die Alstadt des jüdischen Viertels in Jerusalem.

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Wir erhielten die Aufgabe unsere persönlichen Wünsche auf einen Zettel zu schreiben, denn wer kann es schon erahnen ?! – Natürlich führte uns der Weg weiter zu der bekannten Klagemauer. Und ich kann euch sagen, sie ist überwältigend, löst Emotionen aus, lässt keinen kalt.

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Da dieser Tag ein Freitag war feierten wir abends Shabbat und besuchten eine Synagoge.

Tag 6:

Am nächsten Tag besuchten wir das Israel Museum in Jerusalem.

Tag 7:

Am siebten Tag befanden wir uns in Inbar Arad. Unser Wecker klingelte um 3 Uhr morgens – unsere Mission: Sonnenaufgang auf der Masada. Und es hat sich sowas von gelohnt, da sind der Schlafmangel samt Augenringen komplett vergessen. Uns stand eine kleine Wanderung bevor. Als wir oben auf dem Berg ankamen konnten wir Sekunde für Sekunde beobachten, wie die Sonne aufging.

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Nach der Wanderung und einem ausgiebigen Frühstück fuhren wir ans Tote Meer – ein Muss für jeden, der mal nach Israel kommt. Ich war das 1.Mal am Toten Meer, es war komplett anders. Man schwebt im Wasser und braucht sich keinen Centimeter zu bewegen. Danach kann man sich eine Schlammmaske auf dem gesamten Körper machen, was wir uns natürlich nicht entgehen lassen haben! 😀

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Abends fuhren wir nach Eilat, die Stadt an der Südspitze Israels.

Tag 8:

Wie sollte es auch anders sein, uns stand erneut eine Wanderung bevor. Diese war alles andere als spaßig. Sie war definitiv filmreif, ich hab jede Minute gedacht ich falle von der Klippe. Am liebsten hätte ich mich von einem Helikopter abholen lassen. Aber ich habe es geschafft, es überlebt und danach war ich das glücklichste Mädchen auf Erden.

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Nach der „Arbeit“ kommt das Vergnügen, wir schnorchelten im Roten Meer :-).

Abends schauten wir uns den Sonnenuntergang auf den Klippen in Mizpe Ramon an und dann ging es auch schon zu den Beduinen. Wir bekamen ein fantastisches dinner in einem Zelt und aßen zu fünft an den Tischen auf Matratzen. Wie Tiere verschlangen wir das Essen. Es war einfach köstlich!

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Tag 9:

Nach einer sehr kurzen Nacht stand Kamelreiten in der Wüste auf dem Programm, danach fuhren wir nach Sde Boker, um erneut eine Wanderung anzutreten.

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Abends fuhren wir zurück nach Tel Aviv, der Startpunkt unserer Reise sollte auch das Ende sein. Wir besuchten ein Theaterstück der Taubstummen, wovon ich leider aufgrund meines immensen Schlafmangelns nichts mitbekam, außer das frische Brot nach dem Theaterstück.

Tag 10:

Unser letzter Tag. Einerseits wirklich glücklich mal 8h Schlaf zu bekommen, sich entspannt zu duschen, zum Friseur gehen, sich nicht zu hetzen. Andererseits auch traurig, denn es gab da so einige Menschen, die man tief in sein Herz geschlossen hat und der Abschied rückte näher.

Doch zuerst einmal unser Programm am letzten Tag in Tel Aviv :

  1. Independence Hall
  2. Taglit innovation center
  3. Am Hazikaron – Beit Hatfuzut

Den letzten Abend genossen wir zusammen und feierten bis es an der Zeit war, schnell seinen Koffer um 2 Uhr nachts fertig zu packen und Israel „vay“ zu sagen.

Noch einige Facts :

  • Preise: Israel ist kein günstiges Land. Das Obst und Gemüse auf den Märkten ist zwar recht günstig, andere Sachen von Ständen dagegen sind extrem teuer. Falafel, Smoothies etc. schmecken zwar wahnsinnig gut, man muss aber auch jedes mal tiefer ins Portemonnaie greifen.
  • Kleidung: Wir hatten alle ein paar Probleme mit dem Packen unseres Koffers- wer kennt die Frauen nicht ? Man weiß einfach nicht was man anziehen soll. Vor allem, wenn man das ganze Land bereist und nicht nur kurze Klamotten für den Süden braucht, sondern auch warme Anziehsachen, oder eben lange Kleidung für einige religiöse Orte. Vor der Reise habe ich mir sehr viele Gedanken darüber gemacht, wie sich eine Frau in Israel kleidet. In Tel Aviv und auch in Jerusalem habe ich dann gesehen, nicht anders als bei uns. Es gibt abends Frauen, die in  Netzstrumpfhosen und Minirock rumlaufen, es gibt aber auch sehr bedeckte Frauen. Pflicht ist dennoch, sich an religiösen Orten als Frau die Schultern und Knie zu bedecken, Männer tragen eine Kippah.
  • Sicherheit und Leben der Einheimischen: Durch die Medien haben wir ein ganz klares Bild von Israel in den Augen, für viele ist Israel wohl der letzte Ort, den sie sich als Urlaubsziel aussuchen würden. Wir waren in einer Gruppe unterwegs, hatten eine genaue Reiseroute und haben manche Orte gemieden. Vieles wird in den Medien hochgepusht und ich hätte nicht erwartet, was für ein schönes und facettenreiches Land Israel doch ist. In unserer Gruppe waren nicht nur Menschen aus Deutschland, sondern auch einige Israelis, die deutsch lernen, oder russisch sprechen. Besonders interessant war es für uns zu erfahren, wie sie mit Terror und Anschlägen umgehen. Die Antwort war erschreckend – sie haben sich daran gewöhnt. Auch sagte mir einer, Deutschland entwickele sich in die gleiche Richtung. Wo er Recht hat, hat er Recht.
  • Würde ich noch einmal nach Israel fahren? Ein ganz klares lautes JA! Israel hat mich begeistert, fasziniert, mich in seinen Bann gezogen. Es besteht nicht nur aus Berge und Wüste, es hat so viel zu bieten – rotes Meer, totes Meer, wunderschöne Pflanzen, eine faszinierende Natur. Ich komme auf jeden Fall und das Nachtleben in Tel Aviv wir nächstes Mal so richtig ausgekostet.

Danke,

an Taglit, für diese unvergessliche Zeit und diese einzigartige Möglichkeit solch eine Reise miterlebt zu haben. Danke an die gesamte Gruppe #taglitbus419 für die verrückte und lustige Zeit mit euch.

Bekanntlich kommt das Beste zum Schluss. Danke an Anna und Alina, die ich anfangs meine Zimmernachbarinnen nannte, und die letzten Endes meinen Trip einzigartig gemacht haben. Die ich jetzt zu meinen Freunden zählen kann und die ich sehr in mein Herz geschlossen habe. Ich habe mit euch gelacht, bis die Bauchmuskeln brannten, geheult, als es emotional wurde, getanzt in allen Variationen – im Pyjama mit Zahnpastafleck vor all den Anderen, halbnackt , hüpfend und lachend auf dem Bett. Wir haben uns in den 10 Tagen Geheimnisse anvertaut und Insider gebildet, danke für diese wunderbare Reise.

  ♥

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