3 Wochen Kuba mit dem Rucksack

Ich packe meinen Koffer und nehme mit… 8 kg. 8kg, die ich mit meinem Hab & Gut auf der Reise fest an meinem Rücken trage. Und wisst ihr was ? Es war gar nicht so schwer mit dem Handgepäck, wie ich es mir anfangs ausgemalt habe. Es war sogar ziemlich einfach, befreiend, und nächstes mal nehme ich vielleicht sogar weniger mit.

Ganz spontan beschloss ich in die Karibik zu fliegen, nach Kuba. Und ehrlich gesagt war ich keinen Centimeter informiert über dieses Land, das Land mit der kommunistischen Partei, mit der Revolution als Bestandteil des Lebens, mit Menschen, die mit ihren Wertmärkchen für die Lebensmittel anstehen. Das Land,  das nicht nur aus Tourismusvierteln mit schöner kubanischer Musik und tanzenden Kubanern besteht, sondern auch aus Armut, Elendsvierteln, den Mangel an Möglichkeiten. Nun habe ich meine Erfahrungen in diesem Land gesammelt und möchte euch gerne ein bisschen durch diese Reise mitnehmen.

Reiseroute:

 Manzanas ~ Varadero ~ Havanna ~ Trinidad ~ Playa Ancon ~ Varadero

1.Manzanas & Varadero

Die ertse Unterkunft buchte ich über airbnb.de in Boca de Camarioca, ein Ort in Manzanas. Wir wohnten bei Cecilio, der uns mit seiner Familie ein wunderbares Frühstück für 5 CUC zauberte. Wir lasen die Bewertungen, die besagten, Cecilio mache das beste Frühstück Kubas, konnte das wirklich sein? Nach der Hälfte dieser Reise stand fest, wir vermissten nichts mehr, als Cecilios Frühstück, wo es ALLES gab, was für Kuba ein gewaltiger Ausnahmezustand ist.

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Von Boca kann man mit dem Einheimischenbus für sehr wenig Geld nach Varadero fahren, die pure Touristengegend. Ich kann verstehen, dass viele sagen, Kuba war wunderschön, wundervoll und es hat an nichts gemangelt. Dann stellt sich aber auch die Frage, ob diese Menschen Kuba gesehen haben, mit den unterschiedlichen Ecken,die das Land zu bieten hat, oder ob sie Varadero gesehen haben.

Unesere 2. Unterkunft in Varadero

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Fitness & Essensempfehlung Varadero

In Varadero gibt es ein „Einkaufszentrum“, nicht zu übersehen. Dort gibt es ein kleines Gym. Man muss zum Spabereich gehen und kann sich dann eine Mitglieddskarte für eine Woche kaufen(10CUC). Direkt gegenüber von dem Center ist ein kleiner Essensstand an der Straße, wo man günstig essen kann, und die Portionen ausnahmsweise nicht ganz so klein sind. Es gab immer Reis mit Fleisch. Varadero ist gut zum entspannen, die Strände sind wunderschön, aber Varadero ist einfach nicht Kuba. Es ist eine Tourismusgegend  mit singenden Kubanern in teureren Restaurants. Wir wollten das wahre Kuba erleben… und so begannen wir uns weiter auf die Reise.

2. Havanna

Nach 4h turbulenter Busfahrt mit den Einheimischen (der Einheimischen Bus fährt vom Busbahnhof in Manzanas für nur 5 Cuc nach Havanna) kamen wir in Havanna an. Gerüche stiegen hoch. Gerüche, die ich sonst noch nirgendwo eingeatmtet habe. Ich  musste extrem dringend auf die Toilette, und fragte in einer Institution nach, die Männer wollten mich nicht reinlassen, die Frauen verlangten viel Geld. Es war mir egal. Ich stürmte rein, in eine Toilette, über dessen Zustand ich euch keine weiteren Informationen geben möchte. Ich möchte euch verschonen, von den vielen Anblicken der vielen Toiletten in Havanna. Noch NIE in meinem Leben habe ich so viele verdreckte, vollgekackte Toiletten gesehen. Kein einziges Mal war die Toilette geputzt – kein einziges Mal war die Toilette kostenlos. Was für ein Widerspruch.

Auch die Suche der Casa stellte sich anfangs als gar nicht so einfach heraus, viel war besetzt und nichtsahnend landeten wir im Ghettoviertel und erhielten dort unsere erste Unterkunft.

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Nach zwei Tagen und etlichen Komplikationen mit den Gastgebern fanden wir eine kleine andere Unterkunft in Havanna, ausgezeichnet von Tripadvisor, in dem Touristenviertel, den wir schon viel früher hätten finden sollen. Das Essen in Havanna is nicht sehr günstig, aber es gibt einige Lokale, in denen man gut speisen kann. Ich kann euch das „NAO“ empehlen, dort hatte ich die leckerste Paella in Kuba, leider sehr teuer, wie fast alles.

Havanna-Empfehlung

Macht unbedingt die Citytour mit dem Bus für Touristen mit. Normalerweise bin ich diejenige, die es sehr befürwortet, so viel wie möglich von den Einheimischen mitzubekommen und deren Ecken zu sehen. Ich glaube sogar, ich habe ein paar Ecken zu viel gesehen. Deswegen ist mein Tipp, haltet euch an die Tourismus-Ecken in Havanna.

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Trinidad:

Mit einem „taxi collectivo“, einem Deutschen und einem Mädchen aus Kolumbien fuhren wir nach Trinidad, mit der Einstellung, aller ist besser als Havanna. Und Trinidad hat mich nicht enttäuscht, es hat mich regelrecht fasziniert. Auf einmal schien alles so sauber und ordentlich zu sein, so schön. Ich bin definitiv mehr Trinidad-Fan als Havanna-Fan. Dort verbrachten wir ganze 5 Tage und ich hätte auch länger bleiben können.

In Trinidad fanden wir eine wunderschöne Unterkunft für 30CUC pro Nacht (insgesamt). Frühstück kostete 5CUC.

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Was tun in Trinidad?

Trinidad hat wunderschöne Straßen und tolle Casas. Es gibt einige Museen und Kirchen, die man besichtigen kann. Wir haben sogar ein Crepe-Restaurant gefunden, mein Herz hat Funken gesprüht, ich sags euch!

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In Trinidad gibt es ein kleines Fitnessstudio, welches eigentlich nur von den Einheimischen besucht wird, ich habe da nur 1x einen Fuß reingesetzt, wollte da aber auch nicht noch einmal rein.

Nicht weit von Trinidad (ca. 15 min Fahrt) kommt man an den Strand Playa Ancon, dort baden eigentlich nur Touris, aber es ist super für einen Tag Auszeit am  Meer.

Außerdem gibt es abends ab und zu einen Nachtmarkt, dort bekommt man sehr günstiges Essen, da man mit dem Einheimischen-Geld bezahlt. Leider ist so gut wie alles frittiert , auch Umweltschutz wird dort ganz klein geschrieben. Hier mal ein Auszug von den dreckigen Straßen Trinidads by night:

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Nützliche Informationen

 1. Organisation

  • vorher buchen:  Ich empfehle euch, schon vorher vieles zu buchen. Mit der Zeit des Reisens bin ich ein großer Fan der Spontanität geworden. Insbesondere in Asien ist das super easy. Man wacht eines morgens auf und möchte gerne spontan auf eine andere Insel, nichts leichter als das. In Kuba ist das alles noch „ein wenig“ anders. Es gibt „Viazul“ Busse, speziell für Touris. Wir haben kein einziges Mal einen Platz darin bekommen, da immer alles ausgebucht war. Informiert euch rechtzeitig und bucht die Fahrten ca. 2 Wochen vorher-> Demnach am besten schon vor dem Trip.
  • Reiseführer: Außerdem empfehle ich euch einen Reiseführer, hätte ich vorher wirkich nicht gedacht, aber so kommt ihr am besten an die Infos.
  • Übersetzer: Ladet euch die Sprachen deutsch und Spanisch in der App google translator runter, das rettet in manchen Situationen euer Leben

2. Internet

Da befindet sich auch schon das nächste Problem. Man ist eigentlich gezwungen, sich schon vorher über vieles zu informieren und einiges zu buchen, denn das Internetsystem auf Kuba ist kein Spaß für Junkies wie mich. Man kann sich an bestimmten Orten  „Internetkarten“ für 1h kaufen, diese funktionieren im WLAN, dies wiederrum gibt es nur an ca. 1-2 Plätzen in einer Stadt, wo sich Menschenmassen ansammeln. Alles eher eine kleine Schnitzeljagd. Die erste Woche kam ich übrhaupt nicht ins Internet, Empfang hatte ich auch keinen,da mein Netz nicht unterstüzt wurde.

Man mag meinen, entspann dich! Internetfreie Zeit tut dir gut. Ja, stimmt. Ich finde es gut, mal nicht am Handy zu hocken und die schönen Dinge zu genießen. Wenn jedoch jeder nur Spanisch spricht und  du kein Wort verstehst, du nicht weißt wo welcher Ort ist und du nicht einmal deiner Mutter eine SMS schreiben kannst, dass du angekommen bist, dann sehe ich die Sache ein weniger kritischer.

3. Geld abheben

Bevor ich geflogen bin las ich ganz oft, dass nur Visacard akzeptiert wird. Dies ist nur bedingt richtig. Auch Mastercard gibt es an einigen Automaten. Das tollste Fundstück gab es in Havanna, ich habe 2 Automaten gefunden, die sogar Maestro akzeptierten.

UND , an den Automaten steht zwar dran, dass sie nur Master-&Visacard akzeptieren, ABER wir haben auch die Maestrocard an diesen Automaten verwenden können, also probiert es einfach immer aus!

4. Essen

Zuletzt ein sehr trauriges Thema für mich. Ich bin durch und durch ein Genussmensch, ein kleiner Gourmet, ein Feinschmecker, ein Mensch, dem bei gutem Essen so richtig das Herz aufgeht. Kuba hat mich in diesem Falle zu 99% enttäuscht. Ich habe mich vor der Reise schon darauf eingestellt, vieles nicht mehr haben zu können und auch weniger Auswahl zu haben. Deswegen war es für mich nicht ganz so ein großer Schock, wie für meinen Begleiter. Dennoch muss ich sagen, ich wünschte mir mehr Abwechslung, mehr Initiative und mehr Kreativität. Was es immer gab war Reis, manchmal  mit Bohnen, dazu Fleisch. Von vielem anderen kann ich auch nicht mehr berichten. Was auch günstig war, waren weiße Brötchen in der Bäckerei. Von gesund kann hier nicht die Rede sein. Alles, was gesund ist, ist teuer. Alles war extrem ungesund ist, ist günstig. Ihr könnt euch das so vorstellen, desto gesünder, desto teurer. Bananen gab es an manchen Orten. Ein Apfel kostet zw. 50ct und 1 Euro.  Es gibt auf Kuba auch Fisch, ABER man muss bedenken, dass ich nicht 1 Woche unterwegs war, sondern 3, sodass ich sehr auf mein Budget achten musste.

Würde ich noch einmal hin?

Und nun die Frage, die mir einige schon gestellt haben. Noch einmal Kuba? Kann ich das Land empfehlen? Ein zweites Mal würde ich definitiv nicht fliegen, am Anfang war ich sogar so sauer, dass ich mir wünschte, die deutsche Regierung würde uns die Einreise nach Kuba verbieten. Nun kann ich sagen, dass das Land mich innerlich wachsen lassen hat. Ich habe mich die letzte Woche nur von weißen Brötchen mit Butter am morgen und Reis mit Schweinefleisch am Abend ernährt, weil es nichts anderes gab, dass irgendwie noch in den Preisrahmen passte. Ich habe gelernt, mit weniger auszukommen. Ich brauche keinen Hundertsten Lippenstift, auch neue Klamotten reizen mich nicht mehr so sehr. Natürlich bin ich eine Frau, ich liebe Make-up, Kleidung, Sportatikel :D, ABER wenn es hart auf hart kommt, kann ich auch anders. Und ich bin froh, dass ich diese Reise durchgemacht habe. Ich bin froh, dass ich Deutschland nun noch viel  mehr schätzen kann, als ich es ohnehin schon getan habe.  Ich bin froh, dass bei uns keiner verhungern muss und keiner auf der Straße leben muss, wenn er nicht möchte. Ich habe gelernt, dass man zuhause ganz schnell kleine Dinge dramatisiert. Ich habe in Havanna eine alte Dame gesehen, die auf der Straße lag, tot, verhungert. Und zuhause beschweren wir uns über Luxuswehwehchen. Was nicht heißt, dass wir keine Probleme haben.Aber es war gut, mal einen anderen Blickwinkel auf das Leben zu bekommen und das Leben mehr schätzen zu lernen.

Auch das Essen war ein wahres Problem für mich, da ich Essen einfach liebe, nein vergöttere. Wir haben so eine Art Beziehung :D. Und die Beziehung wurde mir einfach entrissen.

Wer jedoch wirklich schon lange interessiert an Kuba ist, vor allem an alten Gebäuden, dem kann ich Kuba empfehlen.

Es tut mir leid, wenn ich hier die Erwartungen nicht erfüllt habe, aber das war meine ehrliche Meinung zu Kuba :-).

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5 Kommentare zu „3 Wochen Kuba mit dem Rucksack

  1. Solche Reisen sind echt gut. Vor allem ist es echt spannend, dass du nicht so typisch Touristenecken besucht hast, sondern dir auch ein anderes Bild gemacht hast. Ich finde, du hast den Bericht gut geschrieben und es ist gut, dass es bei dir nicht nur um Positives geht, sondern auch negative Blickwinkel gezeigt hast.

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  2. Wow Nastya, du kommst ja auch ganz schön rum. Und dies hier klingt nach einem echten Abenteuer 🙂 Sehr interessanter Bericht und sehr schön geschrieben 🙂 Ich werde aber dennoch irgendwann mal nach Kuba. Sicherlich aber etwas besser vorbereitet als du 😉

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