25.11.2016

25.11.2016. Es ist ca. 16 Uhr. Ich stehe im Galeria Kaufhof am Alexanderplatz in der Parfümerie. Wilder Trubel. Überall sind Menschen, Gerüche, Duftexplosionen der unterschiedlichsten Aromen. Und plötzlich, ein Knall. Ein Geräusch, welches die ganze Parfümerie übertönt. Menschen blicken sich um. Alle schauen Richtung Benefit, Richtung Mac. Schreie. Ein Mädchen schreit und rennt. Ich blicke mich um, schaue auf den Boden, sehe wie das Blut auf mich zuläuft, es ist knallrot, sticht mir ins Auge.

Mein Blick ist verschwommen, meine Augen wässrig. Ich halte mit die Hand vor den Mund, um nicht laut loszuschreien. Was passiert hier? Ist das jetzt das Ende? Menschen laufen zum Notausgang, andere versammeln sich vor dem Schauplatz, wie bei einem Boxkampf. Mein Herz schlägt, meine Hände sind feucht, mir wird schwindelig und ich versuche mich einfach nur auf den Beinen zu halten, nicht umkippen. Ich halte den Atem an, meine Tränen laufen mir über das ganze Gesicht. Auf dem Boden liegt ein toter Mensch, gesprungen aus dem 5. Stock. Menschen kommen auf mich zu, fragen mich, was passiert ist, ob ich ihnen Auskunft geben kann. Ich will nur weg, verstecke mich hinter der Chanel-Säule bei meinen Kollegen um runterzukommen.

Irgendwann kommt auch ein Funken Wut. Es hätte schlimmer kommen können, aber warum springt man vom 5. Stück vor einer Menschenmasse? An einem „Black Friday“? An einem Freitag Nachmittag? Vor Kindern, Jugendlichen, Erwachsenen, Senioren, die dieses Bild nicht mehr aus ihren Augen bekommen werden.

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