Was kommt nach Hotel Mama?

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Ist es nicht schön, dass Mama immer alle Probleme löst ? Der Kühlschrank ist voll, man verschwendet keine Gedanken an die letzten Cent-Stücke im Portemonnaie und ob sie noch für eine Packung körnigen Frischkäse reichen. Von dem Fisch fange ich jetzt gar nicht an zu sprechen. Das Internet läuft wie geschmiert, Strom & Miete – wird schon bezahlt.  Wenn man dann einen Nebenjob hat und zuhause wohnt, verballert man meistens das ganze Geld auch noch fürs Feiern und Klamotten.

Doch irgendwann verlassen wir alle mal das bequeme Nestchen und springen ins kalte Wasser. Dann gibts Phasen, in denen hat man kein Geld, in denen kann man sich keine Klamotten leisten – was für Klamotten, man hat ja noch den 15 Jahre alten Mantel seiner Mutter , den sie aus Russland beim Umzug nach Deutschland mitgebracht hat. Manchmal fragt man sich in der Phase – Wieso bin ich ausgezogen? Wieso bin ich nicht daheim geblieben. Dann wiederum genießt man seine Freiheiten, man kann ein- uns ausgehen wann man möchte, man kann Besuch bekommen wann man möchte, man kann alles machen was man möchte (fast) :D.

Ich war zuhause schon immer ziemlich frei in meinem Handeln, durfte mit 14 schon auf Partys gehen und bei Freunden übernachten.  Trotzdem ist es was anderes, wenn du alleine wohnst.

Manchmal frage ich mich, wie ich alles unter einen Hut bekommen soll und wie andere das machen. Bei allen scheint das so locker flockig zu funktionieren. Allein schon meine ewige Hassliebe zu Waschmaschinen ist ein Rätsel für mich und meine Mitmenschen. Und ratet wo ich mich gerade befinde? – In der Waschbar. Angefangen hat diese Hass-Liebe-Beziehung in meiner WG. Ich bin in eine WG mit 2 Typen gezogen, ohne sie vor dem Einzug überhaupt kennengelernt zu haben. Die Waschmaschine in der WG war vergammelt, die Wäsche hat gestunken und überall befanden sich widerliche Schimmelflocken unter meiner nicht mehr frischen Wäsche. Ich musste meine Wäsche ca. einen Monat per Hand waschen und in den 6. Stock laufen um die Wäsche dort aufzuhängen, wahrscheinlich so wie bei meiner Oma damals in der Kriegszeit.

Dann zog ich in meine 15qm² Wohnung. Dort gibt es eine Waschmaschine im Gang für das ganze Haus. Das Haus hat 4 Stockwerke, auf jedem Flur befinden sich ca. 10 Wohnungen. Und für uns alle gibt es nur diese Waschmaschine.  Putzt jemand diese Waschmaschine? Nö. Sie ist verstaubt und ich will nicht wissen, welche Reste von anderen Menschen dadrin rumschwirren. Natürlich musste dann auch irgendwann der Trockner kaputt gehen, das war sozusagen vorhersehbar bei meiner Beziehung mit der Waschmaschine. Meine Wäsche war pitschnass, das Schleudersystem der Waschmaschine war ohnehin kaputt. Es war 21:45 und ich rannte in den Kaufland, da ich in einem Magazin gesehen hatte, dass es dort Wäscheständer für 9,99 Euro im Angebot gab. Dort angekommen, waren sie ausverkauft. Naja , was soll ich sagen… irgendwie war das vorhersehbar. Also hing ich meine Wäsche im kompletten Haus auf , auf den Heizungen, im Flur, im Treppenhaus . Irgendwann verliert man sein Schamgefühl, das einzige was zählt ist saubere UND trockene Wäsche.  Man wird jedoch auch ziemlich erfinderisch. Letztens zum Beispiel hatte ich musste ich meinte Unterwäsche per Hand waschen,  weil ich noch auf eine Party gehen wollte. Ich hatte noch genau 3 h bis zur Party. Nach der Wäsche positionierte ich den Föhn so, dass ich ihn nicht mehr halten musste und er ganz von allein meine Wäsche trocknete – was für ein Happy End!

Zuhause ist ein kleines Paradies geworden – mit einer Badewanne (!) , einem TV (!!) und Garnelen in der Tiefkühltruhe. Zurück mag ich jedoch trotzdem nicht mehr :-).

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2 Kommentare zu „Was kommt nach Hotel Mama?

  1. Nastya, du sprichst mir so aus der Seele ! Mit so viel Witz und Charme beschreibst du einfach wie sich die meisten Studenten in der ersten Zeit des Auszugs aus dem „Hotel Mama“ fühlen .
    Toller Post, weiter so! 😘😘

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